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Das Wirtschaftsmagazin

Ebow: »Es braucht mehr Musik von und für arbeitende Menschen«

Ebow rappt in »Arbayt« über migrantische Arbeit und ein Deutschland, das sie braucht, aber nicht wertschätzt. Ein Gespräch über Klasse, Kürzungen und Musik als Gegenerzählung.

6 Minuten Lesedauer
Musikerin Ebow. Credit: Klara Johanna Michel
Im Musikvideo zu »Arbayt« nimmt Ebow verschiedene Arbeiterinnen-Rollen ein. Credit: Klara Johanna Michel

Mit »Arbayt« hat Ebow am 1. Mai die erste Single aus ihrem kommenden Album »Typologie eines Lebens« veröffentlicht. Darin erzählt sie von der Arbeitsgeschichte ihrer Familie, von körperlichem Verschleiß, Klassenaufstieg ohne Sicherheit und der Erfahrung, in Deutschland oft nur so lange wertvoll zu sein, wie die eigene Arbeit verwertbar ist. Im Gespräch mit Surplus spricht die Rapperin über Gastarbeiterinnenbiografien, Queerness und Klasse, Merz’ Kürzungspolitik – und darüber, warum es mehr antikapitalistischen Rap braucht.

Maxine Fowé: Deine Single »Arbayt« ist am 1. Mai erschienen. Darin solidarisierst du dich explizit mit der Arbeiterklasse. Warum war dir das wichtig?

Ebow: Der 1. Mai ist mir wichtig. Ich erinnere mich daran, dass ich schon als Kind mit meinen Eltern auf die 1.-Mai-Demo gegangen bin. Der Song kommt aus der Reflexion, dass ich in meiner Familie die Erste bin, der es finanziell besser geht. Ich verdiene mehr Geld als meine Eltern. Und trotzdem merkt man: Wirklichen Wohlstand erreicht man nicht automatisch, weil dieses Wirtschaftssystem nicht dafür gemacht ist. Wenn man aus ärmeren Verhältnissen kommt und die Eltern kein Eigenheim oder Rücklagen haben, bleibt man verantwortlich. Man unterstützt die Familie mit, statt selbst abgesichert zu sein. Diese Erzählung vom Tellerwäscher zum Millionär stimmt einfach nicht. Das ist eher eine Hollywood-Geschichte. Auch viele große Artists sterben arm. 

Im Musikvideo zu »Arbayt« zeigst du dich in harten körperlichen Jobs – als Lieferfahrerin, Müllfrau, Bauarbeiterin. Gleichzeitig sitzt du in einer Szene im Liegestuhl und liest »Das Kapital«. Was wolltest du mit diesem Kontrast erzählen?

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Ebow

Ebow ist eine Rapperin mit kurdisch-alevitischen Wurzeln. Ihre Musik verbindet Rap mit politischen Texten über Klasse, Migration, Queerness und Rassismus.

Maxine Fowé

Maxine Fowé ist Politökonomin und Redakteurin bei Surplus. Sie hat Philosophie, Politik & Ökonomie in Maastricht, London und Berlin studiert.

#8 – Wirtschaftsdemokratie

Chefs bestimmen, Aktionäre verdienen: Für gerechten Wohlstand müssen die Beschäftigten regieren.

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