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Das Wirtschaftsmagazin

Ende der Preisschocks? Gutachten der Wirtschaftsweisen + Neue Arbeitslosenzahlen

Die wichtigsten Wirtschaftsfragen der Woche sind: Endet der Preisschock? Wie wird die Frühjahrsprognose? Und was zeigen die Arbeitslosenzahlen?

4 Minuten Lesedauer
Credit: IMAGO/APAimages
Credit: IMAGO/APAimages

Guten Morgen,

die kommende Woche steht ganz im Zeichen der Konjunkturkrise. Zentral wird sein, ob sich die USA und der Iran wirklich auf ein Abkommen einigen werden und welche Folgen in Deutschland angesichts der Frühjahrsprognose der Wirtschaftsweisen zu erwarten sind.

Die wirtschaftlich wichtigsten Termine der Woche sind:

  • Die ganze Woche: Ein Ende des Preisschocks?
  • Mittwoch, 27. Mai: Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen
  • Freitag, 29. Mai: Arbeitsmarktzahlen

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Die ganze Woche: Ende des Preisschocks?

Am Montag ist der Ölpreis um über fünf Prozent auf rund 90 Dollar pro Barrel gefallen. Zwar gibt es noch keinen Deal zwischen den USA und dem Iran, aber dafür die Aussicht auf einen Deal.

Was in Doha verhandelt wird, ist eine Struktur von Gegenleistungen: Iran öffnet die Straße von Hormus schrittweise, legt Minen frei, verzichtet für 60 Tage auf Durchfahrtsgebühren – die USA lockern im Gegenzug die Marineblockade, geben in Phasen Sanktionserleichterungen frei und tauen 6 Milliarden Dollar eingefrorene Vermögenswerte auf. Über das Atomprogramm soll geredet werden, aber erst danach.

Das ist keine Lösung. Das ist ein strukturierter Aufschub. Entscheidend für Deutschlands Wirtschaftslage ist, wie sich sowohl die Verhandlungsphasen als auch die Phase nach einem Abkommen auf die Ölpreise auswirken. Wie weit werden die Ölpreise sinken und bis wann? Klar ist: Selbst wenn die Ölpreise morgen weiter rapide sinken, zieht sich bereits ein Preisschock durch die Lieferkette und wird sich noch auf weitere Produkte auswirken.


Mittwoch, 27. Mai: Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen

Am Mittwoch wird der Sachverständigenrat Wirtschaft sein Frühjahrsgutachten veröffentlichen. Der Rat kündigte an, sich dieses Mal tiefer mit dem Sozialversicherungssystem, der Rente sowie der Pflegeversicherung zu befassen. Die Vorsitzende des Sachverständigenrats, Monika Schnitzer, äußerte sich zuletzt immer wieder positiv über die Flexibilisierung des Renteneintrittsalters, während der Wirtschaftsweise und Surplus-Kolumnist Achim Truger immer wieder darauf verweist, dass »Radikal-Reformitis« die Demokratie gefährde.

Darüber hinaus enthält das Gutachten wie gewohnt eine aktuelle Konjunkturprognose. Diese fiel bereits im vorherigen Gutachten, das der Rat im Dezember 2025 veröffentlichte, nicht besonders gut aus. Für das Jahr 2025 stellte der Rat eine weitgehende Stagnation der Wirtschaft in Deutschland fest. Vor dem Hintergrund eines tiefgreifenden Strukturwandels sowie der Gefährdung des exportorientierten Wachstumsmodells durch geopolitische Verwerfungen rechnete der Sachverständigenrat für das Jahr 2026 mit einem BIP-Wachstum von 0,9 Prozent. In dieser Berechnung vor seinem Beginn war der Iran-Krieg noch nicht eingepreist. Daher dürfte die Wachstumsprognose in Richtung der anderen Prognosen nach unten korrigiert werden, wobei auch die aktuelle Entspannung ebenso wenig eingepreist sein dürfte. Je nach Weiterentwicklung des Krieges im Iran gehen die meisten Prognosen derzeit von ähnlich niedrigen Werten aus:


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Freitag, 29. Mai: Neue Arbeitsmarktzahlen

Am Freitag legt die Bundesagentur für Arbeit neue Arbeitsmarktzahlen vor. Die bislang noch einigermaßen stabile Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent könnte mittelfristig weiter steigen.

Wie unter anderem das Handelsblatt berichtete, verzeichnete die Jobseite Indeed zuletzt – nach einer leichten Steigung zu Beginn des Jahres – einen Rückgang ausgeschriebener Stellen um 5,6 Prozent in Deutschland. Der Bericht deckt sich mit Ergebnissen des Ifo-Konjunkturbarometers. Im April lag das Beschäftigungsbarometer demnach auf dem niedrigsten Wert seit 2020.

Mit anderen Worten: Die befragten Unternehmen rechnen mit größerem Stellenabbau. Die Arbeitsmarktdynamik erholt sich nach wie vor nicht, die Langzeitarbeitslosenquote liegt über dem Vor-Corona-Niveau, das Missmatch zwischen Qualifikation und Anforderungen des Arbeitsmarktes hat seit der Pandemie stetig zugenommen und die Arbeitslosigkeit von Akademikerinnen und Akademikern steigt.

Was laut IAB-Erhebungen ebenfalls steigt, ist die sogenannte stille Reserve. Dabei handelt es sich um Menschen, die nicht aktiv nach einer Anstellung suchen, unter geeigneteren persönlichen Bedingungen, zum Beispiel passender Betreuung von Kindern oder zu pflegenden Angehörigen, aber durchaus eine Arbeit aufnehmen würden. Statt angesichts dieser miserablen Lage ein umfangreiches Konjunkturpaket zu schnüren, setzt die Union alles daran, die Arbeitslosigkeit noch weiter zu erhöhen: einerseits mit einer Erhöhung der Arbeitszeit durch mehr arbeitende Rentner, längere Arbeitstage oder weniger Feiertage – andererseits durch Kürzungspolitik in der Wirtschaftskrise.


Weitere wichtige Wirtschaftstermine diese Woche:

  • Mo, 25.05.: Aufbau vom Klimacamp gegen den Ausbau von Gaskraftwerken in Hamm, 12. Jahrestag zur erfolgreichen Freihaltung des Tempelhofer Felds in Berlin
  • Di, 26.05.: DIW-Konjunkturbarometer, Gewerkschaftskonferenz: Mitteldeutsche RevierWENDEkonferenz zum Strukturwandel im mitteldeutschen Braunkohlerevier
  • Mi, 27.05.: EU-Finanzstabilitätsbericht
  • Do, 28.05.: Ifo-Geschäftsklimaindex Ostdeutschland, EU-Geschäftsklimaindex
  • Fr, 29.05.: Quartalszahlen Chemieverband VCI, Inflationsrate Mai (Statistisches Bundesamt), Landesparteitag AfD Thüringen, Importpreisindex

Quelle

Ich hoffe, dass Dir dieser Newsletter einen guten Überblick über die kommende Woche gegeben hat. Falls er Dir gefallen hat, schick diesen Newsletter gerne weiter oder schick mir Feedback, wie er noch besser werden könnte. 

Einen guten Start in die Woche 

Lukas Scholle


Lukas Scholle

Lukas Scholle ist Ökonom, Gründer und Chefredakteur von Surplus.

#8 – Wirtschaftsdemokratie

Chefs bestimmen, Aktionäre verdienen: Für gerechten Wohlstand müssen die Beschäftigten regieren.

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