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Das Wirtschaftsmagazin

Hendrik Wüst: grüner Reformer oder Merz-Light?

Hendrik Wüst könnte früher Kanzler werden, als gedacht. Was ist von ihm wirtschaftspolitisch zu erwarten?

5 Minuten Lesedauer
Protrait des NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. Credit: IMAGO/Panama Pictures.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst stammt aus dem westlichen Münsterland. Ob er es bis ins Berliner Kanzleramt schafft? Credit: IMAGO/Panama Pictures.

Hendrik Wüst begann seine politische Karriere einst als konservativer Hardliner in der Jungen Union. Heute gilt er Vielen als linkere, weniger polarisierende Alternative zu Friedrich Merz. Zuweilen wird Wüst dabei zu einer Projektionsfläche für all das, was an Merz stören mag. Wüsts Stilwandel vom Provokateur zum allen Seiten geöffneten Pragmatiker wurde in den letzten Jahren hinreichend beschrieben. Inhaltlich lässt sich dadurch manchmal gar nicht so leicht sagen, wofür Hendrik Wüst denn nun steht. Nicht zuletzt hoffen einige auf eine wirtschaftspolitische Wende unter einem möglichen Bundeskanzler Hendrik Wüst. Kann man das wirklich von ihm erwarten oder ist Wüst noch immer derselbe neoliberale Konservative seiner Anfangszeit –in gemäßigtem Gewand? 

Gemeinsame Sache mit Markus Söder

2007 war Wüst Mitverfasser des Positionspapiers »Moderner bürgerlicher Konservatismus – Warum die Union wieder an ihre Wurzeln denken muss«. Prominenter Co-Autor: der heutige bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Das Papier ist ein abenteuerliches Hin und Her zwischen ordoliberalem Festhalten und erstaunlich progressiven Gedanken. Die Autoren beziehen sich auf Franz Josef Strauß und paraphrasieren Ludwig Erhard: »So viel Staat wie nötig, so wenig Staat wie möglich.« Deutsche Tugenden loben sie, während sie über die 68er lästern. Sie schreiben: »Sozialneid sichert nicht unsere sozialen Sicherungssysteme«. Der »klassische Wohlfahrtsstaat« sei »überdehnt«. 

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