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»Die Krise könnte so schwerwiegend sein, dass sie echte Alternativen erzwingt«

Der Iranschock hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Welt. Die Wirtschaftsprofessorin Helen Thompson erklärt im Interview mit Caro Rübe, wie die Energiefrage die Geopolitik dominiert.

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Öltanker auf hoher See. Credit: IMAGO / CFOTO
Öltanker auf hoher See. Credit: IMAGO / CFOTO

Caro Rübe: Durch den Angriff der USA und Israel auf den Iran ist die Lebensgrundlage von Millionen Menschen gefährdet. Auch in Europa sind die Konsequenzen massiv, zum Zeitpunkt dieses Interviews ist unklar, wann die Straße von Hormus wieder öffnet. Gestern kündigten die Vereinigten Arabischen Emirate an, aus der OPEC auszutreten. Wie groß ist die Disruption der globalen Energieversorgung?

Helen Thompson: Ich denke, dass die Disruption tatsächlich enorm ist. Es geht nicht nur um die Straße von Hormus, sondern auch um die Schäden, die der Iran an Öl- und Gasförderanlagen in den Golfstaaten verursacht hat. Kurzfristig ist der Schaden an Katars LNG-Produktionsanlagen am bedeutendsten. Er führte dazu, dass Katar Verträge mit vier verschiedenen Ländern, darunter China, aufkündigte. Eine weitere Disruption ist, dass China den Export verschiedener Erdölprodukte und anderer Rohstoffe, von denen Länder abhängig sind, gestoppt hat.

Bisher ist der wirtschaftliche Schaden in Asien am größten. Mit dem Austritt der Arabischen Emirate aus der OPEC sehen wir, dass das Ölproduzenten-Kartell angesichts des iranischen Angriffs auf die Golfstaaten nicht in der Lage war, geeint zu bleiben. Das hat erhebliche Auswirkungen. All das vor dem Hintergrund, dass die Trump-Regierung versucht, im Bereich der Energiepolitik einen Neuanfang zu erreichen, etwa durch die Maßnahmen gegen Venezuela und den Drohungen gegenüber Grönland. Das führt zu Kettenreaktionen, da andere Staaten reagieren müssen.

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