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Iran-Krise: Öl- und Gaskonzerne mit 30 Prozent mehr Gewinn

Kriegsbedingte Engpässe bescheren Öl- und Gaskonzernen riesige Übergewinne. Diese zu besteuern kann jedoch nur der erste Schritt sein.

4 Minuten Lesedauer
Die Straße von Hormus auf einer digitalen Karte (Symbolbild). Credit: IMAGO/Hanno Bode
Durch die blockierte Straße von Hormus floss vor dem Krieg rund ein Drittel des weltweiten Rohöls (Symbolbild). Credit: IMAGO/Hanno Bode

Die Ratgeberliteratur empfiehlt häufig, Krisen als Chance zu verstehen. Niemand hat das stärker verinnerlicht als Öl- und Gaskonzerne. Nun haben die vier größten Tankstellenbetreiber in Deutschland – BP (Aral), Shell, TotalEnergies und ExxonMobil (Esso) – ihre ersten Quartalsergebnisse seit dem Irankrieg und der Blockade der Straße von Hormus vorgestellt. Insgesamt haben diese vier Konzerne, die in Deutschland knapp 45 Prozent des Tankstellenmarkts beherrschen, ihre globalen Profite im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum vierten Quartal 2025 um 30 Prozent auf knapp 19,7 Milliarden Dollar gesteigert. 

Spitzenreiter aus dieser Gruppe ist Shell mit einem Quartalsgewinn von 6,9 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstagmorgen mitteilte. Das ist eine Steigerung um mehr als das Doppelte im Vergleich zum Vorquartal. Dem CFO Sinead Gorman zufolge demonstrierte das Unternehmen, dass es »in der Lage ist, in einem volatilen makroökonomischen Umfeld starke Ergebnisse zu erzielen«. 

Eine ähnlich starke Steigerung verzeichnete BP, das in Deutschland die Aral-Tankstellen betreibt. Es verdoppelte seinen Gewinn im Vergleich zum Vorquartal auf 3,2 Milliarden Dollar. TotalEnergies erhöhte seinen Gewinn um 42 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar. Dazu trug auch ein geschickter Ölhandel bei, in dem sich das Unternehmen fast den gesamten Markt für künftige Ölladungen aus den VAE und Oman sicherte, wie die Financial Times berichtete.

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Max Hauser

Max Hauser ist Politökonom und Redakteur bei Surplus. Er hat Volkswirtschaftslehre in Berlin, Rom und Paris studiert.

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