Das Zeichen des Triumphs ist kein Pokal, keine Urkunde. Es ist ein ausgewaschener türkisgrüner Pullover, aufgehängt auf einem Kleiderbügel im ersten Stock eines Bürotrakts in Ljubljana. Darauf die krakeligen Unterschriften der Mitarbeiter und in der Mitte eine Zahl: 50,04. Mit so knapper Mehrheit wählten die Eigentümer des slowenischen Unternehmens INEA einen bis dato komplett neuen Weg. »Wir haben um die Zukunft von INEA gebangt«, sagt Ljubisa Kitić, Ingenieur bei dem Technologieunternehmen. »Am Ende haben wir ganz knapp gewonnen.« Gewonnen heißt in diesem Fall: Die Firma soll von ihren bisherigen Eigentümern in den Besitz der Belegschaft übergehen. Ein Buy-out – aber nicht durch Investoren, sondern durch die Angestellten selbst. Ein Modell, das in der Europäischen Union bislang selten ist und das in Slowenien bald Schule machen könnte. Denn zum 1. Januar 2026 ist dort ein EU-weit bislang einzigartiges Gesetz in Kraft getreten: das sogenannte EuroESOP.
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