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Das Wirtschaftsmagazin

Wirtschaftsdemokratie von Slowenien bis München

Betriebe in Belegschaftshand sind bisher eine Seltenheit. Die aktuelle Reform des Genossenschaftsgesetzes könnte Übernahmen massiv erleichtern.

5 Minuten Lesedauer

Illustration eines Bürogebäudes, das sich nach oben hin in kleine Teile auflöst. Collage: Surplus
Collage: Surplus

Gelebte Wirtschaftsdemokratie mitten in München: Das ist beim erfolgreichen IT-Unternehmen Iteratec längst Realität. Fast zur Hälfte gehört es bereits den 500 Beschäftigten – bald soll es komplett in den Besitz der Belegschaft übergehen. Iteratec ist in vielerlei Hinsicht ein Pionierprojekt, nicht nur, weil es demokratisch geführt wird. Für Deutschland ist vor allem ein Punkt innovativ: Die Beschäftigten übernehmen die Firma ohne nennenswerte Investitionen aus eigener Tasche. Und trotzdem bekommen die beiden alten Eigentümer einen anständigen Preis. 

Was auf den ersten Blick logisch unmöglich erscheint, funktioniert in der Praxis und ist global sogar weit verbreitet. In den USA und Großbritannien wurden Millionen von Menschen zu Miteigentümern ihres Unternehmens. Es geht um sogenannte ESOPs, also Kapitalbeteiligungspläne (Employee Stock Ownership Plans). ESOP-Strukturen erhielten in den USA bereits 1974 eine gesetzliche Grundlage. Heute sind dort rund 15 Millionen Beschäftigte Miteigentümer ihrer Unternehmen. Im Vereinigten Königreich haben sich Employee Ownership Trusts (EOTs) seit ihrer Einführung 2014 zur zweithäufigsten Lösung für Unternehmensnachfolgen entwickelt – mit mehr als 2.000 Übernahmen auf der Basis eines ESOP-ähnlichen Modells.

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Hannes Kuch

Hannes Kuch ist Ko-Direktor des Instituts für Unternehmensdemokratie (IfU) und akademischer Geschäftsführer des Zentrums für Ethik und Philosophie in der Praxis (ZEPP) an der LMU München.

Jerome Warren

Jerome Nikolai Warren ist deutsch-amerikanischer Ökonom, der derzeit an den Universitäten zu Köln und Ostfinnland zu Demokratie, Kooperation, Nachhaltigkeit und (Unternehmens-)Netzwerken forscht.

Maximilian Kuhn

Maximilian Kuhn ist Senior Associate am Institut für Unternehmensdemokratie und befasst sich mit den Schnittstellen von Governance, Genossenschaftsrecht und Digitalisierung.

#8 – Wirtschaftsdemokratie

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