Gelebte Wirtschaftsdemokratie mitten in München: Das ist beim erfolgreichen IT-Unternehmen Iteratec längst Realität. Fast zur Hälfte gehört es bereits den 500 Beschäftigten – bald soll es komplett in den Besitz der Belegschaft übergehen. Iteratec ist in vielerlei Hinsicht ein Pionierprojekt, nicht nur, weil es demokratisch geführt wird. Für Deutschland ist vor allem ein Punkt innovativ: Die Beschäftigten übernehmen die Firma ohne nennenswerte Investitionen aus eigener Tasche. Und trotzdem bekommen die beiden alten Eigentümer einen anständigen Preis.
Was auf den ersten Blick logisch unmöglich erscheint, funktioniert in der Praxis und ist global sogar weit verbreitet. In den USA und Großbritannien wurden Millionen von Menschen zu Miteigentümern ihres Unternehmens. Es geht um sogenannte ESOPs, also Kapitalbeteiligungspläne (Employee Stock Ownership Plans). ESOP-Strukturen erhielten in den USA bereits 1974 eine gesetzliche Grundlage. Heute sind dort rund 15 Millionen Beschäftigte Miteigentümer ihrer Unternehmen. Im Vereinigten Königreich haben sich Employee Ownership Trusts (EOTs) seit ihrer Einführung 2014 zur zweithäufigsten Lösung für Unternehmensnachfolgen entwickelt – mit mehr als 2.000 Übernahmen auf der Basis eines ESOP-ähnlichen Modells.
