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Das Wirtschaftsmagazin

Wirtschaftswahl in Sachsen-Anhalt? + Höhere Wachstumsprognosen?

Die wichtigsten Wirtschaftsfragen dieser Woche sind: Erholt sich die Wirtschaft? Und wie wählt Sachsen-Anhalt?

4 Minuten Lesedauer
Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt der AfD mit dem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. Credit: IMAGO/Rene Traut
Wird Ulrich Siegmund die Landtagswahl gewinnen? Credit: IMAGO/Rene Traut

Guten Morgen,

diese Woche wandert unser Blick zwischen bundesweiten Wirtschaftsentwicklungen und jenen Sachsen-Anhalts. Die Wahl am Sonntag gebietet es, das Land einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Während sich die bundesweite wirtschaftliche Lage vorübergehend leicht zu erholen scheint, wie voraussichtlich auch mehrere Wirtschaftsinstitute diese Woche vermelden werden, steht Sachsen-Anhalt weiterhin in besonderer Weise vor gravierenden, strukturellen Problemen.

Die wichtigsten Wirtschaftstermine dieser Woche sind:

  • Mittwoch & Donnerstag, 02./03. September: Neue Konjunkturprognosen
  • Sonntag, 06. September: Wahl in Sachsen-Anhalt

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Mittwoch & Donnerstag, 02./03. September: Neue Konjunkturprognosen

Entgegen aller Erwartungen zeigten einige Konjunkturdaten zuletzt positive Entwicklungen: Die BIP-Daten wurden nach oben revidiert, die Exportstimmung und die Geschäftslagen-Bewertung stiegen und die Reallöhne zogen etwas nach – trotz der anhaltenden Blockaden der Straße von Hormus und des China-Schocks.

Entsprechend ist damit zu rechnen, dass sowohl das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) als auch das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) ihre Konjunkturprognosen Mitte dieser Woche nach oben korrigieren werden.

Insofern scheinen sich die Folgen des Ölpreisschocks hierzulande in Grenzen zu halten. Warum unter anderem die chinesische Wirtschaftspolitik etwas damit zu tun haben könnte, erklärt Surplus-Herausgeber Adam Tooze in seinem aktuellen Video.

Es wäre nicht verrückt zu sagen, dass vielleicht die Chinesen dafür verantwortlich sind, dass der Ölpreis um 20 bis 30 Dollar pro Barrel niedriger liegt, als er sonst hätte liegen können.

Sonntag, 06. September: Wahl in Sachsen-Anhalt


Der Countdown läuft – und er klingt für viele Menschen wie das Ticken einer Zeitbombe. Sachsen-Anhalt entscheidet am Sonntag darüber, ob es das erste Bundesland mit einer AfD-Regierung sein möchte. Die Chancen für die rechtsextreme Partei stehen bedrückend gut: Nach ARD-Vorwahlumfrage würden ihr derzeit 42 Prozent der Wählerinnen in Sachsen-Anhalt ihre Stimme schenken. 

Um sich ein Bild von der Wut der Bevölkerung zu machen, hilft ein Blick auf die ökonomischen Zahlen: Das Bundesland im Osten liegt mit einem Medianlohn von 3363 Euro brutto auf dem letzten Platz im Bundesvergleich. Vom Spitzenreiter Hamburg trennt das Land rund 1400 Euro pro Kopf Verdienst im Monat. Doch Sorge macht den Beschäftigten vor allem die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Mit einer Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent liegt das Bundesland über dem bundesweiten Durchschnitt von etwa 6,4 Prozent. Auf 3506 offene Stellen, die Unternehmen im August meldeten, kommen über 90.000 Arbeitslose. Als besonders gravierend dürfte sich die ungeklärte Zukunft der verarbeitenden Industrie erweisen.

Infografik: Verteilung von BIP/Kopf und Durchschnittsalter in einzelnen Bundesländern.

Vergangene Woche musste sich etwa VW-Konzernchef Oliver Blume vor der Belegschaft des Wolfsburger Werkes verantworten, weil der Autobauer den Abbau von 100.000 Stellen plant. Und auch in der Chemieindustrie, der umsatzstärksten Industriebranche des Bundeslandes, kriselt es schon seit Längerem. Der Kunst- und Rohstoffproduzent Dow plant an den Standorten Böhlen und Schkopau bis Ende 2027, 550 Stellen einzustampfen. 

Damit nimmt in Sachsen-Anhalt bereits jetzt jene Entwicklung ihren Lauf, vor der auch andere Regionen bangen: 2025 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent. Besonders stark fiel der Rückgang, wenig überraschend, im verarbeitenden Gewerbe aus: Der Anteil der Beschäftigten in dieser Sparte sank um etwa 2,6 Prozent.

Während diese Daten Erklärungsansätze für den Erfolg der AfD bieten, liegt eine Lösung für diese Problemlage mit jedem Prozentpunkt mehr für die rechte Partei in weiterer Ferne. In einem Artikel über das »AfD-Paradox« beleuchtet Surplus-Redakteur Max Hauser, wie eine AfD-Regierung die Lage in Sachsen-Anhalt weiter verschlimmern könnte.

Studien: AfD würde Sachsen-Anhalt ökonomisch schaden
Die AfD führt in Sachsen-Anhalt die Umfragen an – obwohl ihr Programm wirtschaftlich in den Abgrund führt. Dahinter steckt das »AfD-Paradox«.

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Weitere wichtige Wirtschaftstermine diese Woche: 

  • Montag, 31. August: Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der G20-Staaten (bis Dienstag), Start einer bundesweiten Petition für die Einführung eines Mietendeckels, Ifo-Geschäftsklimaindex Ostdeutschland, Lausitzkonferenz des DGB Berlin-Brandenburg-Sachsen und Revierwende-Team Lausitz unter dem Motto »Anpacken für Gute Arbeit«, VW-Betriebsversammlung zu Plänen für weitere Sparmaßnahmen in Hannover (letzte Station), Inflationsrate August, Verbraucherpreisindex
  • Dienstag, 01. September: Save the Children veröffentlicht repräsentative Umfrage zu Kinderarmut in Deutschland, Mitbestimmungskonferenz der Industriegewerkschaft IGBCE mit sächsischen Betriebsräten, Mietenreport des Deutschen Mietenbundes, Einzelhandelsumsätze
  • Donnerstag, 03. September: Klausursitzung der SPD-Bundestagsfraktion (bis Freitag), Q2-Bericht Chemieverband VCI, HCOB EMI Dienstleistungen und Gesamtindex
  • Freitag, 04. September: Werksaufträge


Ich hoffe, dass Dir dieser Newsletter einen guten Überblick über die kommende Woche gegeben hat. Falls er Dir gefallen hat, schick diesen Newsletter gerne weiter oder schick mir Feedback, wie er noch besser werden könnte. 

Einen guten Start in die Woche 

Lukas Scholle

Lukas Scholle

Lukas Scholle ist Ökonom, Gründer und Chefredakteur von Surplus.

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