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AOC in Deutschland: Vorbereitung für die Präsidentschaftskandidatur?

Alexandria Ocasio-Cortez wird kurz vor ihrem Besuch in München immer ernster als Kandidatin gehandelt. Doch sie hat einen potenziellen Mitbewerber.

5 Minuten Lesedauer

Alexandria Ocasio-Cortez ist dieses Wochenende in Deutschland. Credit: IMAGO/UPI Photo

Mit ihrem Besuch der Münchner Sicherheitskonferenz bringt sich Alexandria Ocasio-Cortez nun auch auf internationaler Bühne ins Spiel – für die Kandidatur der Demokraten im Jahr 2028. Der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, gilt bereits länger als möglicher Kandidat, um 2028 gegen Trump anzutreten. Zuletzt zeigte er beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos seine Ambitionen und außenpolitischen Positionen. Nun könnte er von der 36-Jährigen Konkurrenz bekommen.

Ihre Reise nach Deutschland – samt Auftritt an der TU Berlin mit SPD-Politikerin Isabel Cademartori und bei der Münchner Sicherheitskonferenz – wird international als Vorbereitung für die Kandidatur gelesen. Ihr außenpolitischer Berater, Matt Duss, sagte NBC News, Ocasio-Cortez werde in München eine »Perspektive der Arbeiterklasse« für die Schnittstelle zwischen Außen- und Innenpolitik darlegen. Am Freitagabend sagte sie auf einem Podium bei der Konferenz: »Es ist von höchster Priorität, unsere Wirtschaft in Ordnung zu bringen und für die Arbeiterklasse zu sorgen, sonst werden wir in eine Welt abrutschen, die von Autoritären regiert wird, die ebenfalls nicht für die arbeitende Bevölkerung sorgen.« Könnte sie es schaffen, Trump auf diese Weise die Stirn zu bieten?

Hoffnungsträgerin mit Erfahrung

Das politische Engagement von Alexandria Ocasio-Cortez, auch AOC genannt, begann im Lokalen in der Bronx in der Partei Democratic Socialists of America (DSA). 2016 engagierte sie sich in der Präsidentschaftskampagne von Bernie Sanders. 2018 ist sie für die Demokraten ins Repräsentantenhaus gewählt worden und wurde damit die jüngste Frau und Latina, die jemals im Kongress war. Bereits zu dieser Zeit kritisierte sie die Bundesbehörde ICE für ihren Umgang mit migrierten Menschen scharf. Besondere Aufmerksamkeit erhielt sie als Fragestellerin in Ausschussanhörungen, Videoclips, in denen sie als aufrichtige und selbstbewusste Abgeordnete auffiel, gingen viral. Unter der demokratischen Präsidentschaft Joe Bidens ab 2021 konnte sie ihren gemeinsamen Gesetzentwurf mit Senator Edward Markey für den Green New Deal umsetzen. Den innovativen und weitreichenden Plan entwickelte sie bereits zu Beginn ihrer Amtszeit und ebnete damit auch den Weg für umfangreiche Klima-Investitionsprogramme in Europa. Später wurde er durch den Inflation Reduction Act (IRA) untermauert, doch von Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit stark abgeschwächt.

2025 hat AOC noch einmal stark an Popularität gewonnen. Grund war ihr erklärter Kampf gegen Trump und Elon Musk im Rahmen ihrer »Fight Oligarchy«-Tour durch die USA. Gemeinsam mit dem Senator Bernie Sanders versammelte sie Zehntausende Menschen zu Rallyes samt Musikeinlagen und politischen Reden. Damit erhöhten die beiden im vergangenen Jahr auch den Druck auf die Spitze der Demokratischen Partei und zeigten Wege auf, durch linksgerichtetere Politik wieder zu größerer Unterstützung in der Bevölkerung zu gelangen. Zuletzt setzte sie sich gemeinsam mit der demokratischen Senatorin Elizabeth Warren für eine universelle Kinderbetreuung ein, die höchstens zehn US-Dollar am Tag kosten soll.

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Xenia Miller

Xenia Miller ist Online-Chefin vom Dienst (CvD) bei Surplus. Sie hat Politikwissenschaften, Soziologie und Politische Theorie studiert und bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gearbeitet.

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