Krisen treffen Verbraucherinnen und Verbraucher immer wieder hart – ob bei Energie, Kraftstoffen oder Lebensmitteln. Die jüngsten Preissprünge bei Benzin und Diesel zeigen deutlich, wie verletzlich Deutschland in zentralen Versorgungsbereichen ist. Was die Krise auch offenbart: Es mangelt an vielen Stellen an Preistransparenz. Die Preissprünge lassen sich nicht immer erklären.
Die Lebensmittelpreise sind infolge des Kriegs im Iran noch nicht spürbar angestiegen. Doch darauf sollte sich die Bundesregierung nicht ausruhen. Gerade bei der Preisbildung bei Lebensmitteln mangelt es an Transparenz. Seit 2020 sind die Preise für Lebensmittel durchschnittlich um mehr als 35 Prozent gestiegen.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert daher eine Preisbeobachtungsstelle, die Entwicklungen von Kosten und Preisen entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachvollziehbar macht. In Ländern wie Frankreich oder Spanien sind solche Preisbeobachtungsstellen schon erfolgreich im Einsatz.
Gerade in Krisenzeiten wird deutlich: Wenn Preise ohne sachliche Grundlage steigen, versagt der Markt und Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen den Preis. Eine Preisbeobachtungsstelle kann hier zum zentralen Schutzinstrument werden. Sie schafft die notwendige Transparenz, kann Inflationstreiber identifizieren und könnte verhindern, dass Krisen ausgenutzt werden, um Gewinne auf dem Rücken der Bevölkerung zu maximieren. Wenn der Staat hinschaut und eingreift, statt Verbraucherinnen und Verbraucher allein zu lassen, stärkt das auch das Vertrauen in Demokratie und Rechtsstaat.
Doch Transparenz allein reicht nicht. Deutschland braucht zugleich eine strukturelle Stärkung seiner Krisenresilienz: widerstandsfähige Lieferketten, weniger fossile Abhängigkeiten, einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien und die Transformation der Landwirtschaft. All das schützt langfristig vor Preisschocks in den Supermärkten. Die Politik muss handeln.
