Lebensmittelpreise sind in Deutschland seit 2020 um 36 Prozent gestiegen. Das belastet Verbrauchende immer mehr. Von den gestiegenen Preisen profitieren jedoch wenige Großkonzerne, wie die neue Ausgabe des Konzernatlas zeigt. Der von der SPD vorgeschlagene »Deutschland-Korb« wird daran wenig ändern.
Preise steigen, Gewinne auch
In Deutschland gibt es eine extreme Machtkonzentration im Lebensmittelmarkt: Im Jahr 1995 kontrollierten die vier Supermarktketten Aldi, Edeka Group, Rewe Group und die Schwarz Gruppe rund 55 Prozent des deutschen Lebensmitteleinzelhandels. Heute sind es 88 Prozent. Das zeigt der Konzernatlas, welcher von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem BUND und dem Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre veröffentlicht wurde.
Da der Markt nur von einigen wenigen Akteuren dominiert wird, würden Preise erhöht werden, ohne dass Bäuerinnen und Bauern davon profitieren würden, heißt es im Bericht. Denn sie könnten sich nicht aussuchen, an wen sie ihr Produkt verkaufen. Besonders extrem sei die Entwicklung im Milchmarkt: »Landwirte liefern Milch ab und erfahren erst sehr viel später, zu welchem Preis sie das getan haben«, so Imme Scholz, Vorständin der Heinrich-Böll-Stiftung.
Für die meisten Menschen sei diese Entwicklung im Supermarkt sichtbar. »Preissteigerungen haben nicht nur was mit steigenden Rohstoffpreisen zu tun, sondern auch mit gestiegener Marktmacht«, so Scholz. Diese Marktmacht würden große Lebensmittelhändler nutzen, um in Krisenzeiten die Preise für Verbraucher zu erhöhen. Die höheren Einnahmen würden jedoch nicht an die Produzentinnen weitergegeben. Die zusätzlichen Einnahmen durch die Preissteigerungen gingen meist aufs Konto der Lebensmittelhändler – Bäuerinnen und Bauern sähen laut Konzernatlas davon wenig.
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