zum Inhalt
Das Wirtschaftsmagazin

Miriam Davoudvandi: »Armut ist Gewalt«

Die Journalistin Miriam Davoudvandi spricht im Interview über das Aufwachsen in Armut. Und kritisiert die Tatenlosigkeit der Politik.

9 Minuten Lesedauer

Miriam Davoudvandi auf einer Couch. Credit: Julius Gabele
In ihrem Buch erzählt Journalistin Miriam Davoudvandi vom Aufwachsen in Armut. Credit: Julius Gabele

Miriam Davoudvandi erzählt in ihrem Buch Das können wir uns nicht leisten vom Aufwachsen in Armut: von alltäglichen Geldsorgen, der Scham, Freundinnen nach Hause einzuladen – und von einem Land, das diese Erfahrungen systematisch entpolitisiert. In Deutschland ist das Alltag für Millionen: Mehr als 21 Prozent der Menschen sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, jedes siebte Kind wächst armutsgefährdet auf. Im Surplus-Interview spricht die freie Journalistin über Scham als Herrschaftstechnik, über Entfremdung durch sozioökonomischen Aufstieg und über die Gewalt eines Systems, das Armut nicht bekämpft, sondern den Betroffenen anlastet.

In deinem neuen Buch schreibst du über dein Aufwachsen in Armut. Warum war jetzt der Moment, dieses Buch zu schreiben?

Weil ich selbst erst einmal bestimmte Prozesse durchgehen musste. Zu realisieren, dass man in Armut aufgewachsen ist, wird einem oft abgesprochen – und man spricht es sich auch selbst ab, als eine Art Überlebensmechanismus. Mir war das immer bewusst, aber wirklich in das Thema hineinzugehen, war sehr schmerzhaft. Dazu gehörten viele Gespräche mit meiner Familie. In vielen Familien wird über bestimmte Dinge nicht gesprochen, um sich gegenseitig nicht zusätzlich zu belasten und weiter funktionieren zu können. Ich habe mich davor lange gedrückt.

Miriam Davoudvandi: Das können wir uns nicht leisten

Was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Erschienen am 18. März 2026 bei btb.

Zum Buch

Abonniere unseren kostenlosen Newsletter, um diesen Text weiterzulesen:

Zum Newsletter

Gibt’s schon einen Account? Login

Miriam Davoudvandi

Miriam Davoudvandi ist freie Journalistin, Moderatorin und Autorin, wurde mehrfach ausgezeichnet und ist Host des WDR-Podcasts »Danke, gut«. Sie war Chefredakteurin eines Hip-Hop-Magazins, heute schreibt sie unter anderem für Spiegel und Zeit.

Maxine Fowé

Maxine Fowé ist Politökonomin und Redakteurin bei Surplus. Sie hat Philosophie, Politik & Ökonomie in Maastricht, London und Berlin studiert.

#7 – Machtkampf um KI

Tech-Oligarchen kämpfen um die Vormacht über Künstliche Intelligenz. Den Preis zahlen wir alle.

Zum Magazin