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Das Wirtschaftsmagazin

Grunderbe: Das Wundermittel gegen Ungleichheit

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Martyna Linartas: Es gibt ein Wundermittel gegen Ungleichheit – und es heißt Grunderbe. Die Idee stammt von Thomas Paine, Ende des 18. Jahrhunderts, zu Zeiten der Französischen Revolution. Paine entwickelte sie vor allem aus einer Gerechtigkeitsperspektive: Ungleichheit ist für ihn nichts Gottgegebenes, nichts Natürliches. Die Schere zwischen Arm und Reich ist ein Problem, gegen das man etwas tun muss.

Jüngst wurde diese Idee wieder aufgegriffen – von internationalen Ökonominnen und auch hierzulande in Deutschland. In einer Reihe von Simulationen wurde gezeigt: Wenn wir die Vermögensungleichheit wirklich signifikant und schnell reduzieren wollen, reicht es nicht, allein an der Spitze Vermögen hoch und progressiv zu besteuern. Wir müssen auch den Vermögensaufbau von unten fördern. Genau hier kommt das Grunderbe ins Spiel.

Die Idee: Jungen Erwachsenen wird an einem entscheidenden Punkt in ihrem Leben ein Startkapital mitgegeben. Die Konzepte reichen von 20.000 Euro – etwa vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung – bis hin zu 190.000 Euro, wenn man Thomas Pikettys Modell auf Deutschland überträgt. Das Ergebnis der Berechnungen: Ein solches Grunderbe würde nicht nur Vermögen von unten aufbauen, sondern die Schere zwischen Arm und Reich tatsächlich spürbar schließen.

Martyna Linartas

Martyna Linartas ist Ungleichheitsforscherin und Herausgeberin von Surplus. Sie hat die Wissensplattform ungleichheit.info mitgegründet und das Buch »Unverdiente Ungleichheit« (Rowohlt) veröffentlicht.