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Das Wirtschaftsmagazin

»Die Autoindustrie ist ziemlich am Ende«

Um die Autokrise abzufedern, will Mercedes die 35-Stunden-Woche kippen – und künftig vermehrt Rüstung produzieren. Doch die Pläne stoßen in der Belegschaft auf Widerstand.

6 Minuten Lesedauer
Marlene Stanschuss demonstriert im Vordergrund, im Hintergrund eine Mercedes-Fabrik. Collage: Surplus, Material: Privat, IMAGO/imagebroker
Marlene Stanschuss hat in ihrem Mercedes-Werk eine antimilitaristische Initiative gestartet. Collage: Surplus, Material: Privat, IMAGO/imagebroker

Marlene Stanschuss, 36, ist seit 20 Jahren Mitglied in der IG Metall und arbeitet seit 11 Jahren bei Mercedes in Bremen am Band. Vor wenigen Monaten hat sie mit Kolleginnen und Kollegen eine antimilitaristische Initiative in ihrem Werk gestartet. Im Interview mit Bartholomäus Laffert erklärt sie, wie sie und ihre Kolleginnen und Kollegen sich zu den Plänen der Geschäftsführung verhalten, mehr auf Rüstungsproduktion zu setzen.

Bartholomäus Laffert: Mercedes-Chef Ola Källenius will das Ende der 35-Stunden-Woche: Künftig sollen alle Mitarbeitenden 40 Stunden arbeiten, aber wie bisher bezahlt werden. Wie ist die Stimmung in Ihrem Werk in Bremen?

Marlene Stanschuss: Wir sind wütend: auf den Vorstand, aber auch auf die Regierung, die den Acht-Stunden-Tag angreift. Ende Juni kam dann alles auf einmal: An einem Tag erklärte BMW, es werde Entlassungen geben. Am nächsten Tag sagte VW, die 35.000 gestrichenen Arbeitsplätze aus dem vergangenen Jahr reichten nicht, sie bräuchten weltweit 100.000. Und dann kam die Nachricht an uns: fünf Stunden pro Woche unbezahlt, so habt ihr bei Mercedes künftig zu arbeiten. Das sind sechs Wochen Gratisarbeit im Jahr pro Kopf, umgerechnet 3,4 Milliarden Euro Profit für Mercedes. Für Bremen, wo wir 11.500 Leute sind, wären das ungefähr 1500 Arbeitsplätze.

Welche Reaktion gab es von Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen?

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