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Das Wirtschaftsmagazin

Merz‘ letzter Preisschock? + Windkraft + Wahl in Berlin und MV

Die wichtigsten Wirtschaftsfragen der Woche sind: Aufschwung oder Flaute in der Wirtschaft? Wie geht es der Windindustrie? Und zieht der AfD-Sturm an Mecklenburg-Vorpommern vorbei?

4 Minuten Lesedauer
Windräder im Meer vor Rügen. Credit: IMAGO/BildFunkMV.
Wohin dreht sich der Wind in der letzten Woche des Wahlkampfes? Credit: IMAGO/BildFunkMV.

Guten Morgen,

die AfD schlägt politisches Kapital aus der Verunsicherung und der Dauerkrise. Die Regierung mahnt zur Zuversicht, findet aber keine Antworten auf die tiefgreifenden Transformationsherausforderungen und die globalen Disruptionen. Wir schauen diese Woche deshalb genauer hin. Die wichtigsten Wirtschaftsthemen und -termine sind:

  • Merz’ letzter Preisschock?
  • Montag, 14. September:  IG Metall Küste stellt Befragung zur aktuellen Situation der Windindustrie vor
  • Sonntag, 20. September: Wahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern

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Merz’ letzter Preisschock?

Die letzten Wochen gaben Anlass zur Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft Deutschlands. Doch die Ereignisse der letzten Woche dürften dem wieder etwas entgegensetzen:

  • Die Preise für Öl, Gas und Sprit zogen an, was die Kosten von Unternehmen und Verbrauchern erhöht
  • Die EZB erhöhte die Zinsen, was die Erholung abkühlt. Auch weitere Zinserhöhungen werden mit steigendem Preisdruck wahrscheinlicher.
  • Die Renditen auf deutsche Staatsanleihen steigen auf Rekordstand, wodurch die Rüstungs­schulden stärker andere Ausgaben im Kernhaushalt verdrängen.

All das sind keine guten Nachrichten für die Menschen, die Wirtschaft und die Bundesregierung. Nicht nur dürfte das die konjunkturelle Aufschwungshoffnung bremsen, gepaart mit den geplanten Kürzungen von Merz, Klingbeil und Co. dürfte das der politischen Lage weiter zusetzen. Nicht ohne Grund gibt es in der Union die Debatte über einen Kanzlerwechsel und eine Minderheitsregierung. Doch, welche Wirtschaftspolitik dann mit den Stimmen der AfD droht, wäre kein Vergleich. Sie würde die Lage im Land weiter verschlechtern.

Der Osten braucht Zukunft – die AfD will sie ihm nehmen
In Sachsen-Anhalt hat die AfD gewonnen. Doch sie würde die wirtschaftlichen Probleme in Ostdeutschland nicht lösen, sondern verschärfen.

Montag, 14. September:  IG Metall Küste stellt Befragung zur aktuellen Situation der Windindustrie vor

Klimafreundliche, günstige und unabhängige Energieversorgung ist auch das Stichwort einer aktuellen Befragung, die die IG Metall Küste heute vorstellen wird. In dieser geht es um die Situation der Windindustrie. Bereits im vergangenen Jahr meldete die Gewerkschaft, die Windindustrie stehe vor großen Herausforderungen.

Betriebsräte gaben an, dass nur noch 59 Prozent der Unternehmen positiv auf zukünftige Marktentwicklungen blickten. Auch dieses Jahr sorgte die Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes bereits für Querelen. So hatte der Bundesverband für Erneuerbare Energien die Verwässerung von Differenzverträgen für mehr Planungssicherheit kritisiert. In diesen wird ein Referenzpreis staatlich festgelegt. Liegt der Marktpreis, zu dem Anbieter den Strom verkaufen, darunter, werden sie entschädigt. Liegt er oberhalb des festgelegten Preises, wird die Differenz abgeschöpft. In der Novelle ist diesem Förderinstrument nun noch ein Schritt vorgeschaltet, in dem geprüft werden soll, ob mindestens ein Marktteilnehmer bereit wäre, das Projekt ohne Förderung umzusetzen. Erst im zweiten Schritt greift dann die staatliche Absicherung. 

Dieses Verfahren belohne, so auch der Bundesverband Windenergie Offshore gegenüber der Presse, »hohe Zahlungs- und Risikobereitschaft, statt tatsächliche Realisierungsbereitschaft eines Projektes in den Mittelpunkt zu stellen«. Die Kritik könnte insofern zumindest teilweise zutreffen, als dass ähnliche Erfahrungen bereits im Wasserstoffgeschäft gemacht wurden. Fördermechanismen, die hier auf Wettbewerb setzten, führten letztlich dazu, dass ein großer Teil der Projekte spekulativ war und nicht realisiert wurde. Die Umfrage der IG Metall wird heute zeigen, wie die derzeitige Lage ist.


Sonntag, 20. September: Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern

Wirtschaft und Migration in Mecklenburg-Vorpommern, Wohnen und Müll in Berlin – auf diese Themen konzentriert sich der Wahlkampf in den beiden sehr unterschiedlichen Bundesländern. Wo steht das in vielen Teilen hügelige Flächenland zwischen Ostseeküste und Seenplatte? Wie lebt es sich in der Millionenmetropole Berlin? Kurz vor den Wahlen sind hier einige der wichtigen wirtschaftlichen Kennzahlen:

Zu beiden Ländern haben wir unterschiedliche Artikel zu politischen Kandidatinnen:


Weitere wichtige Wirtschaftstermine diese Woche:

  • Montag, 14. September: Wirtschaftspolitisches Symposium mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
  • Dienstag, 15. September: WTO-Bericht zur Entwicklung des Welthandels, Großhandelspreisindex
  • Mittwoch, 16. September: WEF-Bericht über globale Geschlechterkluft
  • Donnerstag, 17. September:
  • Freitag, 18. September: Erzeugerpreisindex

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Ich hoffe, dass Dir dieser Newsletter einen guten Überblick über die kommende Woche gegeben hat. Falls er Dir gefallen hat, schick diesen Newsletter gerne weiter oder schick mir Feedback, wie er noch besser werden könnte. 

Einen guten Start in die Woche 
Lukas Scholle


Lukas Scholle

Lukas Scholle ist Ökonom, Gründer und Chefredakteur von Surplus.

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