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Top-Juristin: »Die Bundesregierung weiß, dass sie Vergesellschaftung nicht verbieten kann«

Wie lässt sich der Kapitalismus verändern? Katharina Pistor über Vergesellschaftung, Eigentumsrechte und demokratische Selbstbestimmung.

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8 Minuten Lesedauer
Die Juristin Katharina Pistor erläutert mit ausdrucksstarker Gestik ihre Gedanken gegenüber Surplus. Credit: Samia Rachel
Katharina Pistors Buch »Gesetz des Kapitalismus« ist kürzlich auch auf Deutsch erschienen. Credit: Samia Rachel

Noch bevor sich die rot-rot-grünen Parteien in Berlin im Sondierungspapier auf eine Vergesellschaftung einigen konnten, versuchte die Bundesregierung, dem zuvorzukommen. Ein bundesweites Verbot von Vergesellschaftung soll es nun richten, doch die Ankündigung dazu erfuhr prompt Kritik.

Katharina Pistor erklärt im Interview, weshalb ein Verbot der Vergesellschaftung per Bundesgesetz nicht möglich ist, und wie die Vergesellschaftung in Berlin Wege aus dem »Gesetz des Kapitalismus« weisen könnte. Die Juristin lehrt Unternehmensrecht und Rechtsvergleichung an der Columbia University in New York. Zuletzt erschien ihr Buch Gesetz des Kapitalismus auch auf Deutsch, zur englischsprachigen Version ihres Buches hat Surplus bereits mit ihr gesprochen.

Max Hauser: Ihr Buch »Das Gesetz des Kapitalismus« ist kürzlich auf Deutsch erschienen. Gibt es schon erste Reaktionen?

Katharina Pistor: Viele denken, dass ich nicht radikal genug bin. Eine entscheidende Frage ist für mich, ob der Kapitalismus durch Transformation oder Revolution verändert werden soll. Wenn ich sage, dass der Kapitalismus in erster Linie ein Rechtssystem ist, stellt sich die Frage, wie sich ein solches System ändern lässt. Man kann es schließlich nicht einfach abschaffen. Was sind die strategischen Handlungsmöglichkeiten? An welchen Punkten sollte man ansetzen, die zu transformativen Veränderungen führen können?

Anschauungsmaterial für eine Theory of Change könnte Berlin liefern. Kürzlich hat die Linke die Berliner Abgeordnetenhauswahl unter anderem mit der Forderung nach der Vergesellschaftung der Wohnungsbestände großer Immobilienkonzerne gewonnen. Worin besteht der Unterschied zwischen Enteignung und Vergesellschaftung?

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