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Das Wirtschaftsmagazin

Die Iran-Krise offenbart Deutschlands Wirtschaftschaos

Wer zahlt für die Krise? Deutsche Unternehmen wittern im Energieschock die Chance, Kosten an Verbraucher weiterzugeben.

4 Minuten Lesedauer

Collage mit einem Auto, einem Traktor und einem Flugzeug im Vordergrund und verschwommenen Tankstellenpreisen im Hintergrund. Collage: Surplus, Material: Unsplash, IMAGO/Marc John
Collage: Surplus, Material: Unsplash, IMAGO/Marc John

Die Bombardierung des Iran hat enorme globale wirtschaftliche Folgen. Seit dem Überfall der USA und Israels am 28. Februar und der andauernden Blockade von Hormus können Energielieferungen nicht aus dem Nahen Osten verschifft werden, Unternehmen fehlen wichtige Rohstoffe als Vorprodukte, Lieferketten sind unterbrochen und die Preise steigen. Wie stark sind Unternehmen in Deutschland von Trumps und Netanjahus Krieg im Iran betroffen?

Wirtschaftswachstum halbiert

Klar ist, dass die gestiegenen Energiepreise sich auf die gesamte deutsche Wirtschaft auswirken werden. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 bereits halbiert. Statt um ein Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt bis Jahresende nur noch um 0,5 Prozent wachsen. Die Inflationsrate wird der Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsinstitute in diesem Jahr bei 2,8 Prozent und 2027 bei 2,9 Prozent liegen – unter der Annahme, dass sich die geopolitische Lage verbessert und die Preise im Jahresverlauf wieder sinken werden.

An der Tankstelle wurden die gestiegenen Preise unmittelbar mit Kriegsbeginn sichtbar. Der Dieselpreis sprang Anfang April sprunghaft von 1,74 Euro auf bis zu 2,45 Euro pro Liter. Die Entlastungen der Bundesregierung haben zwar zu einer leichten Abkühlung geführt, doch kostet Diesel immer noch rund 2,13 pro Liter und damit deutlich mehr als vor Kriegsbeginn.

Hohe Spritpreise werden weitergegeben

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Simon Zeise

Simon Zeise ist Wirtschaftsjournalist. Er publiziert regelmäßig über die politische Ökonomie der Finanzmärkte und Geopolitik.

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