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Das Wirtschaftsmagazin

Startups gegen Mitbestimmung

Deutschlands Vorzeige‑Startups fürchten Betriebsräte. Doch Studien zeigen, dass Mitbestimmung sogar für nachhaltigeres Wachstum sorgen kann.

6 Minuten Lesedauer

Ein Mann sitzt am Schreibtisch und blickt auf mehrere Bildschirme. Credit: IMAGO/MASKOT
Credit: IMAGO/MASKOT

Wenn die deutsche Tech-Szene über die Zukunft der Arbeit spricht, klingt das nach Progressivität, Purpose und New Work. Kaum ein Unternehmen inszeniert diese Mischung so offensiv wie das Solar‑Startup Enpal. Und kaum ein Unternehmen zeigt so deutlich, wie wenig Platz darin für klassische betriebliche Mitbestimmung bleibt. Das Branchenmagazin Gründerszene hatte ausführlich hinter die Kulissen geschaut, als jüngst bei dem Unicorn – so heißen Startups, die mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet werden – erneut der Versuch scheiterte, einen Betriebsrat zu gründen: Bei einer Versammlung zur Wahl eines Wahlvorstands sollen Beschäftigte, die sich für mehr Rechte starkmachten, von jubelnden Kollegen mit Sprechchören »Ihr könnt nach Hause gehen« übertönt worden sein, während zeitgleich eine interne Firmenveranstaltung lief, die das Management zuvor offensiv beworben hatte. Ausgerechnet im Segment, das sich selbst als moralische Speerspitze der Wirtschaft begreift, wird Mitbestimmung als Störfall behandelt – nicht als Teil einer stabilen, lernfähigen Organisation.

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John Stanley Hunter

John Stanley Hunter ist freier Journalist. Er arbeitete als Wirtschaftsredakteur und Chef vom Dienst bei »Business Insider Deutschland«.

#8 – Wirtschaftsdemokratie

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