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Der große Hebel – für schnellen Umweltschutz

Methan, Lachgas, Tierhaltung: Warum die Ernährung beim Klimaschutz wichtiger sein könnte als viele denken.

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Schafe grasen zwischen Solarkollektore. Credit: IMAGO/Imagebroker
Tierhaltung ist für besonders viele Emissionen verantwortlich. Credit: IMAGO/Imagebroker

Die Nachrichten aus der Natur sind bedrohlich: Die Erde erwärmt sich weitaus schneller, als es selbst das »Worst-Case-Szenario« des Weltklimarats vorhergesehen hat. Gefährliche Kipppunkte könnten demnächst erreicht sein, und es ist sogar denkbar, dass auch der Golfstrom bald zusammenbricht. Europa würde zur Eiswüste.

Schnelles Handeln ist zwingend, aber der Klimaschutz kommt viel zu langsam voran. Nur ein Schlaglicht: Momentan decken Solarpaneele und Windräder nur etwa zehn Prozent des deutschen Endenergiebedarfs ab – obwohl die erneuerbaren Energien seit mehr als 25 Jahren gefördert werden. Deutschland ist noch immer ein fossiles Land. Jeder Bundesbürger emittiert pro Jahr knapp zehn Tonnen CO₂. Klimaneutral wären weniger als eine Tonne.

Es ist ein Dilemma: Eigentlich müssten wir Produktion und Konsum drastisch reduzieren, um weniger Treibhausgase zu emittieren und den Klimakollaps zu vermeiden. Doch der Kapitalismus benötigt Wachstum, um stabil zu sein und nicht in schwere Krisen zu geraten, die Millionen von Arbeitslosen hinterlassen.

Um Auswege aus diesem ökonomischen Dilemma zu finden, müssen wir uns Zeit kaufen – und jene Treibhausgase reduzieren, die das Klima kurzfristig besonders stark gefährden. Dies sind vor allem Methan und Lachgas, die 28- beziehungsweise 265-mal so schädlich sind wie CO₂. Beide Gase entstehen vor allem durch die Tierhaltung. Also runter mit dem Fleischverbrauch!

Übrigens wäre es sogar gesund, auf Fleisch zu verzichten. Vor allem Rind-, Schweine- und Lammfleisch können das Risiko für Krebs, Herzinfarkte und Diabetes erhöhen. Auch für die Ökonomie wäre es kein Problem, wenn der Fleischkonsum sinkt: Die Menschen würden ja weiter essen – nur anders.

Ulrike Herrmann

Ulrike Herrmann ist Wirtschaftsredakteurin bei der taz und Autorin des Bestsellers »Das Ende des Kapitalismus«.

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