Bei Progressiven ist das Thema bezahlbarer Wohnraum derzeit hoch im Kurs. Zohran Mamdani hat die Bürgermeisterwahlen in New York mit einer Kampagne gewonnen, die auf »affordability«, also die Erschwinglichkeit von Wohnraum, gesetzt hat. In Berlin stimmte eine Mehrheit bereits im Jahr 2021 für den Volksentscheid »Deutsche Wohnen & Co enteignen«.
Weniger Beachtung gibt es allerdings für den Fakt, dass nicht nur privater Wohnraum teurer wird, sondern eben auch der öffentliche Raum, in dem man mit anderen Menschen zusammenkommt. Jeder von uns wird es wissen: Freundinnen und Freunde zu treffen kann schnell teuer werden. Ob man zusammen ins Kino, ins Café, zum Yoga geht oder sich auf ein Feierabendbier trifft – in real life interagieren kostet Cash. Und zwar immer mehr.
Auf einer Website mit dem Namen »FlatWhiteIndex« kann man nachverfolgen, dass der stärkere Cappuccino in Berlin in den letzten sechs Jahren um 33 Prozent teurer geworden ist. Die Flat-White-Inflation ist ein Symptom einer allgemeinen Entwicklung: In Deutschland steigen Preise für Café- und Restaurantbesuche schneller als die Gesamtinflation. Auch andere Kultur- und Freizeitorte werden schnell teurer: Es ist zum Beispiel nicht ungewöhnlich, 25 Euro für den Eintritt in den Klub zu bezahlen.

Wenn der Flat White teurer wird, überlegt man sich das Kaffeetrinken zweimal. Anders gesagt: Wenn der öffentliche Raum teurer wird, dann wird es für Menschen schwieriger, zusammenzukommen und sich zu begegnen. Das wird zu einem zunehmenden Problem für eine aktive Zivilgesellschaft. Denn jede Art von außerparlamentarischer Politik ist auf die Interaktion zwischen Menschen angewiesen.
