Als Ägypten 1956 den Suezkanal für fünf Monate sperrte, löste dies Ereignisse aus, die das Ansehen des britischen Pfunds weltweit schwächten, das Zeitalter des Petrodollars einläuteten und zeigten, wie ein kleines Land der Wirtschaftsmacht, die es Jahrzehnte zuvor unterworfen hatte, schweren Schaden zufügen kann.
Manche argumentieren, dass die Vereinigten Staaten nun vor ihrem eigenen Suez-Moment stehen. Dies ist zwar eine vereinfachte Sichtweise auf die finanziellen Auswirkungen einer Sperrung der Straße von Hormus, doch ebenso leichtfertig ist die Nonchalance, mit der manche davon ausgehen, dass die Hegemonie des Dollars gegenüber Präsident Donald Trumps Iran-Kriegs-Fehler unempfindlich sei.
Ölkrisen historischen Ausmaßes
Die Ähnlichkeiten zwischen den Maßnahmen des Iran und der Suez-Krise täuschen. Zwar haben sowohl Ägypten als auch der Iran die Ölversorgung durch die Sperrung einer unter ihrer Kontrolle stehenden Wasserstraße unterbrochen. Die Energiepreise stiegen in den Volkswirtschaften der Hegemonialmächte stark an. Die Finanzmärkte litten darunter, ebenso wie die Ärmsten, die stets einen unverhältnismäßig hohen Anteil der Kostensteigerungen für Düngemittel und Transport tragen. Doch mehrere grundlegende Unterschiede deuten darauf hin, dass Hormuz für die USA nicht das sein wird, was Suez für Großbritannien war.
