Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer: So weit die schnöde kapitalistische Realität. Was Ungleichheit jedoch mit der Gesellschaft macht, ist Gegenstand kontroverser sozialwissenschaftlicher Debatten. Zwei Studien fördern neue Erkenntnisse zutage – und revidieren dabei ein berühmtes Paradox.
Ungleichheit ist auch eine Frage der Wahrnehmung
Über die vergangenen Jahrzehnte sind in Europa gleichzeitig die wirtschaftliche Ungleichheit und die Zustimmung für populistische Parteien von links und rechts gewachsen. Längst hat sich die Erzählung der »99 Prozent gegen die 1 Prozent« von allen Seiten des politischen Spektrums durchgesetzt. Weniger klar ist bislang, warum und wie dieser Zusammenhang entsteht. Eine neue Studie von Sozialwissenschaftlerinnen der Humboldt-Universität Berlin hat dazu Umfragedaten ausgewertet und zusätzlich ein Verhaltensexperiment durchgeführt.
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