Community Wealth Building (CWB) gewinnt international zunehmend an Bedeutung als Ansatz, wirtschaftliche Entwicklung stärker am Gemeinwohl auszurichten. Vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen wie Klimawandel, wachsender sozialer Ungleichheit und wirtschaftlicher Krisen rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie wirtschaftliche Systeme resilienter, gerechter und nachhaltiger gestaltet werden können. Während Länder wie Schottland CWB bereits politisch institutionalisieren, stellt sich für Deutschland die Frage, wie sich dieser Ansatz in ein bestehendes, stark ausdifferenziertes Wirtschafts- und Sozialsystem integrieren lässt.
CWB ist dabei als ein systemverändernder Ansatz zu verstehen, der nicht auf einzelne Projekte abzielt, sondern auf eine strategische Neuausrichtung bestehender wirtschaftlicher Strukturen. Es geht darum, lokale und regionale Resilienz zu stärken, soziale Ungleichheiten zu reduzieren und eine sozial-ökologisch orientierte Transformation aktiv zu gestalten. Diese Potenziale entfaltet der Ansatz jedoch nur dann, wenn er langfristig verfolgt und politisch strategisch eingebettet wird – und nicht auf isolierte Maßnahmen beschränkt bleibt.
Im Kern beschreibt CWB einen Ansatz lokaler Wirtschaftspolitik, der Wirtschaftssysteme demokratisieren und Wohlstand lokal verankern soll. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte Anchor Institutions – also große, lokal gebundene Organisationen wie Kommunen, Krankenhäuser oder Universitäten. Diese verfügen über erhebliche wirtschaftliche Ressourcen, etwa durch Beschaffung, Investitionen und Beschäftigung, und können dazu beitragen, lokale Wirtschaftskreisläufe zu stärken.
