Die Energiewende scheint zu scheitern: Trump setzt auf Kohle, Merz baut Gaskraftwerke. Ihre Kritik ist jedoch grundlegender – Sie argumentieren, dass es die Energiewende nie wirklich gegeben hat. Warum?
Wir sollten nicht darüber diskutieren, ob die Energiewende jetzt stattfindet oder nicht, sondern darüber, dass »Energiewende« ein unzulängliches und unwissenschaftliches Konzept ist, das das eigentliche Problem nicht löst. Wenn wir den Anteil erneuerbarer Energien erhöhen, reduzieren wir nicht zwangsläufig den Verbrauch fossiler Energien. Mit Solarzellen, Elektroautos oder Wärmepumpen verringern wir lediglich die CO₂-Intensität der Wirtschaft. Um die globale Erwärmung zu stoppen, müssen wir aber Netto-Null erreichen. Und das ist weitaus schwieriger.

Das Energieproblem geht deutlich tiefer als reine Tagespolitik. Natürlich ist es keine gute Nachricht, dass Donald Trump den Prozess aktiv sabotiert. Allerdings gab es auch unter Barack Obama einen enormen Anstieg der Förderung von Schiefergas und Schieferöl. Ebenso bin ich mir nicht sicher, ob Donald Trump es schaffen wird, die Kohle in den USA wieder zu etablieren. Schließlich ist Kohle im Vergleich zu Gas, Solar-Panels und Windkraftanlagen nicht mehr sonderlich wettbewerbsfähig. Manchmal gibt es die Tendenz, über aktuelle Meldungen zu sprechen, um die Tagespolitik aus Perspektive des Klimawandels zu kommentieren. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass der Klimawandel struktureller Natur ist. Er ist mit allen möglichen Technologien und Materialien verknüpft, die wir in der globalen Wirtschaft verbrauchen. Diese Tatsache ist viel zentraler als einzelne Politiken von Trump oder Merz.
